Mi, 12. Mai. 2021

Neu an der Fakultät: Prof. Dr.-Ing. Amr Rizk

© UDE/Frank Preuß

Er will digitale Infrastrukturen fit für die Zukunft machen: Prof. Dr.-Ing. Amr Rizk erforscht, wie Netze zum Datenaustausch und zur Kommunikation schnell auf sich plötzlich ändernde Anforderungen reagieren können und zugleich leistungsfähig und sicher bleiben. Der Informatik-Professor mit dem Fachgebiete 'Kommunikationsnetze und -systeme' nimmt dabei u.a. die Industrieautomatisierung und das Streaming für immersive Technologien in den Fokus.

Amr Rizk studierte an der TU Darmstadt Wirtschaftsingenieurwesen und promovierte 2013 mit Auszeichnung an der Leibniz Universität Hannover. Nach einer Postdoc-Zeit in den USA und Großbritannien ging er an die TU Darmstadt zurück, um von 2016 bis 2019 eine Nachwuchsgruppe zum Thema „Adaptive Overlay Communication“ im Fachgebiet Multimedia-Kommunikation zu leiten. 2019 habilitierte er sich zum Thema „Adaptive Queuing Models for Communication Systems“ und wechselte nach einer kurzen Zeit als Juniorprofessor an der Universität Ulm zur UDE als Professor für Angewandte Informatik der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.

Ein Schwerpunkt seines neuen Fachgebiets „Networks and Communication Systems“ liegt auf der Vernetzung cyber-physischer Systeme (CPS). Diese gewinnen vor allem im Kontext von Industrie 4.0 zunehmend an Bedeutung und werden z.B. in modernen Produktionsanlagen oder intelligenten Stromnetzen eingesetzt. Durch die Verbindung von physischer und digitaler Welt sind sie die Grundlage für eine Vielfalt neuartiger Anwendungen, die in der Regel ein leistungsfähiges und flexibles Netzwerk benötigen. „Wir forschen daher an Vernetzungsmechanismen, die sich autonom zur Laufzeit anpassen können und dadurch resilient gegenüber Störungen und Angriffen sind,“ sagt Prof. Rizk. „Ähnlich wie die Automobilindustrie die Idee vom selbstfahrenden Auto vorantreibt, streben wir das selbstfahrende Netz an.“ Nicht weniger visionär ist ein weiteres Forschungsinteresse des 37-jährigen Wissenschaftlers. Er beschäftigt sich seit Jahren mit immersiven Virtual-Reality-Anwendungen, die mittels Multi-Path- und Multi-Interface Kommunikation gestreamt werden. Ein Ziel ist es dabei, durch geschickte Übertragung von Daten volumetrische – d.h. dreidimensionale, begehbare Videos – erfahrbar zu machen.