Do, 03. Dez. 2020

Annahme in Frage gestellt - Bildung schützt nicht zwingend vor Demenz

© Lars Enarsson/Jamtlis fotosamlingar

Bildung gilt als vielversprechender Faktor, mit dem sich das Risiko einer Demenzerkrankung aktiv verringern lässt. Ein Team um den UDE-Gesundheitsökonom Prof. Dr. Martin Karlsson, Inhaber des Lehrstuhls für Gesundheitsökonomik, hat den kausalen Zusammenhang zwischen Bildung und Demenz nun widerlegt.

Jahrelang haben Dr. Karlsson und sein Team Archive nach Informationen zur Reform der schwedischen Volksschule zwischen 1930 und 1950 durchforstet. Damals wurde landesweit die Schulpflicht von sechs auf sieben Jahre verlängert. So verglichen die Forschenden die unterschiedlich lange Ausbildung mit Demenzdiagnosen von 1,3 Millionen Menschen der Geburtsjahrgänge 1920 bis 1936.

Eine parallele Studie zum Arbeitsmarkterfolg zeigte, dass die Schulreform keinen nennenswerten Einfluss auf die Berufswahl und das Einkommen hatte und damit ebenso wenig auf die Möglichkeiten zur gesunden Ernährung oder Krankenversorgung.

So konnten die beteiligten Ökonomen, Epidemiologen und Psychologen sicher sein, nur den Einfluss des zusätzlichen Schuljahres zu untersuchen. Dass es zwar eine Korrelation zwischen beiden Aspekten, aber keine Kausalität gibt, erklärt Karlsson wie folgt: "Wichtige Faktoren für den schulischen Erfolg - zum Beispiel Intelligenz oder sozioökonomischer Hintergrund - beeinflussen auch unserern Alterungsprozess."

Weitere Informationen:

https://www.uni-due.de/2020-11-26-bildung-schuetzt-nicht-zwingend-vor-demenz