Geplante Änderungen für den Studiengang M.Sc. Angewandte Informatik - Systems Engineering ab dem Wintersemester 2016/2017

Der Studiengang Master of Science Angewandte Informatik-Systems Engineering hat das Ziel mit Projekten und Vorlesungen in den Bereichen Network Systems Engineering und Software System Engineering die Absolventen

  • auf die Anwendung von modernen Methoden des Entwurfs von verteilten Rechensystemen vorzubereiten und
  • Fähigkeiten zum Entwurf von Softwareschichten, vertiefte Kenntnisse von aktuellen Methoden und Verfahren in der Softwareentwicklung und entsprechenden Theorien zu vermitteln.

Um diese Ziele zukünftig besser zu erreichen, soll die Vermittlung des Stoffes und der skizzierten Kompetenzen durch das didaktische Konzept eines projektorientierten Studiums realisiert werden. Fachliche und nicht-fachliche Kompetenzen sollen in drei größeren studentischen Gruppenprojekten den sogenannten Projektgruppen vermittelt werden.

Die geplanten Änderungen

Die Projektorientierung im Studiengang M.Sc. Angewandte Informatik-Systems Engineering soll dadurch erreicht werden, dass in den Projektgruppen an aktuelle Forschungsthemen der Angewandten Informatik gearbeitet wird, um so den Studierenden forschungsnahe Kompetenzen zu vermitteln. Grundlegende Kompetenzen auf Masterniveau werden nach wie vor i.d.R. mit Hilfe von Vorlesungen und Übungen vermittelt.

Das Ziel ist daher die ehemaligen Bereiche II und III (siehe bisheriger Studienplan) durch drei Projekte à 18 CP zu ersetzen. Das neue Schema des Studiengangs im Überblick ist in der folgenden Abbildung skizziert.

 

Die Grundidee besteht darin, dem forschenden Lernen in einer Projektgruppe großen Raum zu geben und dabei wesentlich auch Grundlagen für ein fortgeschrittenes Forschungsgebiet in der Angewandten Informatik zu bieten. Das bedeutet, dass jede Projektgruppe bei der Durchführung wesentliche Anteile bei der Vermittlung von Grundlagen in Form einer Blockveranstaltung (Vorlesung/Übung und/oder Seminar) bietet. Zusätzlich sind – je nach Charakter der Projektgruppe z. B. für die Erarbeitung eines größeren empirischen Experiments oder Erstellung eines Forschungsprototypen – konzeptionelle Phasen zu berücksichtigen. In der Regel wird anschließend an diese Wissensphase/Konzeptionsphase eine Durchführung des Experimentes oder Realisierung des Prototypen zusammen mit einer Bewertung und Reflexion des Vorgehens erfolgen. In den Projektgruppen bereiten die Studierenden damit auch ganz wesentlich die Arbeit ihrer Abschlussarbeit vor.

Lebenszyklus einer Projektgruppe

In der folgenden Abbildung wird schematisch dargestellt, wie eine Projektgruppe typischerweise ablaufen soll. Die Anzahl der Teilnehmer sollte 4 nicht unter- und 12 nicht überschreiten. Die Soll-Größe beträgt 8 Teilnehmer. Die konkrete Anzahl an Teilnehmern wird durch die projektverantwortliche Arbeitsgruppe im ICB festgelegt und richtet sich nach dem entsprechenden Thema. Die verantwortliche Leitung einer Projektgruppe soll durch eine Hochschullehrerin oder einen Hochschullehrer und eine wissenschaftliche Mitarbeiterin oder einen wissenschaftlichen Mitarbeiter erfolgen. Üblicherweise beginnt die aktuelle Durchführung mit dem Beginn eines Semesters entweder mit dem Semesterstart oder dem Vorlesungsbeginn eines Semesters. Das Ende der Projektgruppe ist auf das Ende der Vorlesungszeit festgesetzt. Die Präsentation der Ergebnisse der Projektgruppenarbeit ist für jede Projektgruppe verbindlich vorgesehen.

In den ersten Abschnitten (Vorbereitung, Seminarphase, Anforderungen…), die auch als „Wissensphase“ bezeichnet werden können, wird das Thema der Projektgruppe erläutert und erarbeitet. In einem Seminar und/oder einer Vorlesung/Übung als Blockveranstaltung werden die grundlegenden Elemente für die Arbeit an dem Thema der Projektgruppe eingeführt. Dieser Teil wird je nach individueller Planung der spezifischen Projektgruppe etwa 30-40% einnehmen. Darauf folgt je nach gewähltem Thema eine Phase der konzeptionellen Detailplanung (z. B. Generierung von Hypothesen, Planung eines Prototyps, Planung von Experimenten) und der entsprechenden Realisierung oder Durchführung. Dieser Teil beträgt inkl. der Dokumentation der Ergebnisse etwa 60-70% des gesamten Workloads für die Studierenden.

Darüber hinaus sollen die Studierenden einer Projektgruppe auch ihre Fähigkeiten in relevanten Soft Skills trainieren und verbessern. Dies wird durch entsprechende Auffrischung der ggfs. bereits vorhandenen Kompetenzen durch eine Schulung und/oder Lehrveranstaltung unterstützt. Ein wesentliches Element hierfür ist die Übernahme der verschiedenen Verantwortungen für die Leitung der Projektgruppe durch die Studierenden. Dies ist zu Beginn der Durchführung eher schwach ausgeprägt, soll im Laufe der ersten Phasen aber schrittweise komplett durch die Studierenden übernommen werden.

Die Verteilung der Projektgruppenplätze wird nach einem transparenten Verfahren vollzogen, das die Interessen der Studierenden nach inhaltlichen Kriterien als auch im Sinne eines zügigen Studiums berücksichtigt, jedoch auch dafür sorgt, dass eine „Monokultur“ bei der Wahl der Themen vermieden wird.

Zusammenfassung und Links

Insgesamt entsteht durch das neue Konzept ein Studiengang, der durch projektorientiertes Studieren auf einem hohen inhaltlichen Niveau aktuelle Arbeiten und Forschungsergebnisse vermittelt.

Darüber hinaus werden praktische Kompetenzen vermittelt, die sich inhaltlich auf diese Gebiete und deren Forschungsmethoden beziehen.

Diese Kombination der Vermittlung von modernen Inhalten und neusten Verfahren/Methoden kann durch traditionelle Lehrveranstaltungsformen wie Vorlesung, Übung und Praktikum so nicht vermittelt werden.

Weitere Details über die neue Prüfungsordnung werden bald auf den Fakultätsseiten veröffentlicht.