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Di., 05. Mai 2026 Fuchs, Sandra
„My Research in a Nutshell“ – DAAD-Gastprofessorin Prof. Dr. Guyonne Kalb im Jour fixe der Wissenschaft
Internationale Expertin für Arbeitsmarkt- und Sozialökonomik gibt Einblicke in aktuelle Forschung zu Erwerbsbeteiligung, Sozialpolitik und den Auswirkungen von COVID-19.
Im Sommersemester 2026 begrüßt die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften Prof. Dr. Guyonne Kalb als DAAD-Gastprofessorin an der Universität Duisburg-Essen. Die international renommierte Ökonomin ist am Melbourne Institute of Applied Economic and Social Research der University of Melbourne tätig und zählt zu den führenden Expertinnen in der Arbeitsmarkt-, Familien- und Gesundheitsökonomik.
Im heutigen Jour fixe der Wissenschaft stellt sich Prof. Kalb sowie ihre Forschung an der Fakultät vor und gibt Einblicke in zentrale Themen ihrer aktuellen Arbeiten.
Prof. Kalb verfügt über eine umfangreiche internationale wissenschaftliche Laufbahn: Nach ihrem Studium der Ökonometrie in Rotterdam und Tätigkeiten in der sozialpolitischen Forschung in den Niederlanden promovierte sie an der Monash University in Australien. Seit vielen Jahren arbeitet sie an der Schnittstelle von wissenschaftlicher und politiknaher Forschung und ist unter anderem als Chief Investigator am ARC Centre of Excellence for Children and Families over the Life Course tätig. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch eine enge Verbindung von empirischer Analyse und gesellschaftlich relevanten Fragestellungen aus.
Im Rahmen ihrer Gastprofessur, die von Mitte März bis Mitte August 2026 läuft, bringt sie ihre Expertise sowohl in die Forschung als auch in die Lehre an der Fakultät ein. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem wissenschaftlichen Austausch, etwa im Jour fixe, in dem regelmäßig aktuelle Forschungsarbeiten präsentiert und diskutiert werden.
In ihrem Vortrag präsentierte sie zentrale Ergebnisse aus mehreren Studien zur Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Ein Schwerpunkt lag auf der steigenden Erwerbsbeteiligung von Frauen. Auf Basis mikroökonometrischer Simulationsmodelle zeigt ihre Forschung, dass politische Reformen im Steuer- und Transfersystem nur eine geringe Rolle spielen, während der Anstieg vor allem durch Lohnentwicklungen sowie strukturelle Veränderungen in der Bevölkerung – etwa Bildung, Alter und Familienzusammensetzung – getrieben wird.
Ein weiteres Projekt untersucht die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf den Arbeitsmarkt. Anhand administrativer Daten aus den Niederlanden analysiert Prof. Kalb geschlechtsspezifische Unterschiede und zeigt, dass insbesondere nicht-systemrelevante Beschäftigte stärker betroffen waren. Gleichzeitig konnten Maßnahmen wie Notfall-Kinderbetreuung für Eltern in systemrelevanten Berufen stabilisierend wirken, während Alleinerziehende weiterhin besonderen Herausforderungen ausgesetzt waren.
Darüber hinaus stellte sie Ergebnisse aus der Evaluation einer umfassenden Sozialwohnungsreform in Australien vor. Die Analysen zeigen, dass zusätzliche Unterstützungsangebote positive Effekte für benachteiligte Haushalte haben können, machen jedoch zugleich Herausforderungen bei der Umsetzung sowie unterschiedliche Wirkungen für verschiedene Zielgruppen deutlich.
Mit ihrer Forschung verbindet Prof. Kalb mikroökonomische Methoden mit zentralen gesellschaftlichen Fragestellungen – von Geschlechtergerechtigkeit über Familienpolitik bis hin zur Wirkung staatlicher Interventionen. Die Gastprofessur bietet damit nicht nur wertvolle Impulse für die Forschung an der Fakultät, sondern stärkt auch den internationalen wissenschaftlichen Austausch.
Aktuelles:
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