Donnerstag, 21 September 2017 11:11

Genauere Wahlprognosen - Studenten der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften arbeiten daran

Immer mehr Menschen stehen Wahlprognosen, die durch klassische Umfragen ermittelt werden, kritisch gegenüber. Ein Grund dafür ist zum Beispiel der Ausgang der US-Wahl 2016: Obwohl Hillary Clinton in Meinungsumfragen kurz vor der Wahl vorne lag, wurde am Ende doch – wenn auch knapp – Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten. Auch der Brexit, für den – entgegen der Prognosen – die Mehrheit der Briten stimmte, gab Anlass zu Misstrauen.

Mit dem Ziel, genauere Wahlprognosen zu ermitteln, haben die vier Studenten Arda Cayci, Erik Karger, Marko Kureljusic und Kevin Sigmund der Studiengänge „Wirtschaftsinformatik“ und „Märkte und Unternehmen“ mithilfe einer Software ein Modell entwickelt, das Meinungen aus den Sozialen Medien in Umfrageergebnissen zur Bundestagswahl berücksichtigt. Ihre Dozentin Dr. Christina Klüver stellte ihnen die Software zur Verfügung.

Als Ausgangsbasis werden dabei Ergebnisse aktueller Wahlumfragen verwendet. Für die genauere Prognose werden dann Reaktionen aus den Sozialen Medien zu Beiträgen und Themen der verschiedenen Parteien eingerechnet. Mit Hilfe der Auswertungssoftware werden die Reaktionen auf Basis von „Gefällt mir“-Klicks sowie der Anzahl an geteilten Beiträgen auf Partei-Seiten bewertet bzw. gewichtet.

Unter Einbezug der Reaktionen aus den Sozialen Medien versprechen sich die vier Studenten ein ehrlicheres Meinungsbild, denn online fühlen sich die Menschen anonymer und freier als zum Beispiel in Telefonumfragen. Hier laufen sie eher Gefahr, ihr Gesicht zu verlieren, wenn Sie eine Meinung vertreten, von der sie glauben, dass sie nicht der Mehrheit entspricht.

Die aktuelle Wahlprognose (vom 21.09.2017) der vier Studenten lieferte folgende Ergebnisse:

CDU/CSU: 35,73%
SPD: 22,14%
AfD: 10,69%
Linke: 9,39%
FDP: 9,23%
Grüne: 7,99%
Sonstige: 4,83%