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Profil der Fakultät

Prof. Dr. Michael Goedicke

Interview mit Prof. Dr. Michael Goedicke,
Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften 

Herr Professor Goedicke, wofür brauchen Universitäten, respektive Fakultäten, ein Profil?

Professor Dr. Michael Goedicke: Für uns ist Profilbildung mehr als ein Modewort in der aktuellen hochschulpolitischen Diskussion. Die wichtigen Merkmale unserer Fakultät helfen Schülern, Studierenden, Wissenschaftlern und anderen Interessengruppen dabei, sich ein Bild von unseren Ausbildungsangeboten und Leistungen zu machen und diese mit den Angeboten anderer Hochschulen zu vergleichen. Umgekehrt sehen wir als Fakultät in der Profilbildung die Chance, wichtige Akzente in unserem Leistungsportfolio zu setzen, fachliche Stärken heraus zu arbeiten und spezifische Potentiale zu entwickeln. 

Welche besonderen Merkmale zeichnen die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften aus?

Die Fakultät umfasst zwei große Fächerbereiche: zum einen die "klassischen" wirtschaftswissenschaftlichen Disziplinen Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre und zum anderen die Informatik und Wirtschaftsinformatik. Aus dieser Fächer-Konstellation ergeben sich wichtige Details für unser individuelles Profil.   

1. Die Verflechtung der Betriebswirtschaft, Informatik, Volkswirtschaft und Wirtschaftsinformatik

Es gibt heutzutage kein Unternehmen, das ohne den Einsatz von Informations- und Telekommunikationstechnologien am Markt bestehen könnte. „Vernetzung der Disziplinen“ heißt daher die Lösung, die unsere Fakultät deutschlandweit zu einem einmaligen Erfolgsmodell entwickelt hat: Wir bieten innerhalb der grundständigen Bachelorstudiengänge, Master-Programme und Lehramtsstudiengängen ein inhaltlich umfangreiches, interdisziplinär vernetztes Studium der Betriebswirtschaft, Informatik, Volkswirtschaft oder Wirtschaftsinformatik. Studierende können sich innerhalb der vier Disziplinen durch die Auswahl optionaler Module in hohem Maße spezialisieren und qualifizieren. Auch der Wechsel in fachlich benachbarte Masterstudiengänge ist möglich.

2. Ein erstrangiges Lehr- und Forschungsprofil mit folgenden Schwerpunkten:

Empirische Wirtschaftsforschung, eBusiness und eLearning, Energiewirtschaft, Medizinmanagement und Gesundheitsökonomie, Handel, Softwareintensive Systeme, Unternehmens- und Systemmodellierung. Ergänzt werden die fakultären Schwerpunkte durch angegliederte Forschungseinrichtungen im Bereich der experimentellen Wirtschaftsforschung (elfe) und moderner Softwareentwicklungsmethoden (paluno).

3.  Ein umfassendes Angebot an grundständigen  Bachelor-, Master- und Lehramtsstudiengängen

Neben den vier grundständigen Bachelorstudiengängen Betriebswirtschaftslehre, Angewandte Informatik – Systems Engineering, Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik bilden wir in sieben Masterprogrammen hochqualifizierte Absolventen für national und international wichtige Wachstums- und Zukunftsmärkte aus. Dazu zählen: Energie- und Finanzwirtschaft, Medizinmanagement für Wirtschaftswissenschaftler, Medizinmanagement für Mediziner und Gesundheitswissenschaftler, Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen, Angewandte Informatik – Systems Engineering, Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik. Innerhalb des Lehramtes bilden wir Lehrer für Gymnasien, Gesamtschulen und das Berufskolleg aus.

4.   Konsequente Anwendungsorientierung in der Forschung

Die Professorinnen und Professoren unserer Fakultät werben erfolgreich Drittmittel ein. Ein großer Anteil resultiert dabei aus Industrieprojekten. Projektpartner sind namhafte Unternehmen und Kommunen aus der Region. Ein gutes Beispiel von internationaler Bedeutung ist das Network of Excellence (NoE) „SCUBE“, das von einem Mitglied der Fakultät eingeworben wurde und geleitet wird. Großes wirtschaftliches und wissenschaftliches Potential versprechen darüber hinaus die Forschungsfelder Pervasive Computing, Business Intelligence oder Intelligente Analyseverfahren.  

Mit dem Essener Labor für Experimentelle Wirtschaftsforschung (elfe) gehört die Fakultät zu den wenigen Einrichtungen in Deutschland, die neue ökonomische Verhaltensmodelle und Institutionen entwickeln. Das Labor gehört weltweit zu den am besten ausgestatteten Laboren seiner Art. Entsprechend steigert die experimentelle Wirtschaftsforschung die Attraktivität unserer Universität für Wissenschaftler aus aller Welt. Nicht minder wichtig für die Forschung ist der akademische Nachwuchs. Hier beteiligt sich die Fakultät an der Ruhr Graduate School in Economics (RGSE) in Kooperation mit den Universitäten Dortmund und Bochum und dem renommierten Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung.

5.  Standortvorteil im Herzen der Ruhrmetropole

Das Ruhrgebiet ist neben London und Paris der drittgrößte Wirtschaftsraum Europas. 9 der 100 bzw. 20 der 500 umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands haben hier ihren Hauptsitz. Dazu zählen beispielsweise die RWE AG, Hochtief, Aldi Nord, Steag, Arkandor, Evonik Industries AG, Schenker AG, E.ON Ruhrgas, ThyssenKrupp, WAZ-Gruppe, Deichmann u.v.m. 
Unsere Fakultät ist mit der ansässigen Wirtschaft ausgezeichnet vernetzt. Das gilt sowohl für den Bereich der angewandten Forschung als auch für die Lehre. Von beiden Bereichen profitieren Studierende und Absolventen gleichermaßen. 

Die Fakultät wird in den kommenden Jahren mit gezielten Maßnahmen die Studien- und Arbeitssituation für die Studierenden nachhaltig verbessern und unser Forschungprofil weiter ausbauen. Auf Basis dieses Maßnahmen-Bündels sehen wir uns gut gerüstet, unsere Position in der regionalen und nationalen Hochschullandschaft nicht nur zu halten, sondern maßgeblich auszubauen.

 

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